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Hamburg Kurzreise

Geschrieben von Ineke Molenaar. Veröffentlicht in Blog Kurzreisen

Es kam nun doch noch dieses Jahr zu dem Tag, an dem wir unseren gemeinsamen Geschenkgutschein für ein Musical-Wochenende in Hamburg einlösen konnten. Schließlich hatten wir den bereits zu unseren beiden Geburtstagen (meiner am 21.02. und Philips am 24.02.) von meinen Eltern bekommen und es war eigentlich schon längst an der Zeit, endlich mal dort hinzufliegen. Wir hatten es allerdings auf den Sommer verschoben, da es im Norden dann doch ein wenig angenehmer sein müsste.

Hinflug

Am 20. Juni 2014 flogen wir vom Münchner Flughafen nach Hamburg! Spät am Abend kamen wir bei unserer ersten Unterkunft in der Bremer Reihe (gefunden auf Wimdu.de) an und wir wurden ganz herzlich von unserer Gastgeberin Ulrike in Empfang genommen. Die Altbauwohnung war sehr schön mit typisch knarzigem Parkettböden und großen Zimmern mit hohen Wänden. Unseres hatte ein großes Bett mit harter Matratze und großem Fernseher, wo wir noch kurz das Ende des Schweiz-französischen WM-Spiels anschauten. Da es schon recht spät war und wir am nächsten Tag früh raus mussten, um den Zug nach Cuxhaven zu erwischen, sind wir schon frühzeitig ins Bett gegangen.

Die Wattwanderung

Am Bahnhof haben wir uns ein Niedersachsenticket für insgesamt € 26,- gekauft und sind von Gleis 11a mit dem Metronom-Zug nach Cuxhaven gefahren. Dort sind wir in den Bus 1001 eingestiegen und haben uns an der Rettungsstation mit unserer Wattführerin getroffen, die zur Erkennung ein rotes Schild und eine rote Jacke trug. Sie meinte zu uns, dass wir die Schuhe schon mal ausziehen könnten, da wir von Duhnen aus keine für die Füße gefährlichen Muschelbänke zu erwarten hätten. Dies stellte sich jedoch später noch als großer Fehler heraus.
Als alle Teilnehmer da waren, begrüßte sie uns alle nochmal und beglückwünschte uns dazu, die Anstrengendste aller Wattwanderungen ausgewählt zu haben, immerhin ist sie schlappe 13km lang, dauert ca. 4h und wir haben heute auch noch den stärksten Gegenwind, den sie dieses Jahr erlebt hat. Sie erklärte uns noch kurz, was uns auf dem Weg erwarten könnte und schon ging es los. Da es an diesem Tag extrem windig war, wurde das Wasser wurde vom Wind stetig wieder hineingedrückt, sodass das Watt erst auf dem Rückweg vollständig freigelegt wurde. Auf dem Hinweg zur Seerobbenbank Waden liefen wir daher teilweise kniehoch durch das kalte Wasser.

Nach einer halben Ewigkeit wateten wir dann durch den letzten Priel (Das sind kleine bis sehr große Wasserstraßen, die man nur als geübter Wattwanderer gut einschätzen kann) an, der uns von der lang ersehnten Seerobbenbank trennte. Unsere Führerin hatte einige Ferngläser und ein Teleskop mit Stativ dabei, da die Robben doch sehr weit weg waren. Das hatten Philip und ich uns dann doch ein wenig näher vorgestellt. Immerhin sind wir nun ca. 8km gewandert um dann 1km vor dem Ziel nicht weiter zu gehen, um die kurzsichtigen Tiere nicht zu verscheuchen. Selbst durch das Fernglas und das Teleobjektiv von Philips Spiegelreflexkamera waren die Robben nur schwer zu erkennen. Es war schier ein Unterfangen, bei diesem extremen Wind eins der Tiere wackelfrei einzufangen. Wagte man einen Blick durch das Teleskop der guten Dame, trocknete einem im nächsten Moment schon das Auge aus. Tiefgefroren ging es dann irgendwann wieder zurück. Während der Wanderung, auch schon auf dem Hinweg hielten wir aber immer mal wieder an, um die Tiere und Pflanzen des Watts gezeigt zu bekommen. Das war zum Teil wirklich sehr interessant. Einmal erklärte sie uns, dass man überall dort, wo braune Holz-Stückchen auf dem Watt liegen, auch Bernstein zu finden sei. Ich habe sogar drei kleinere Stücken gefunden und Philip ein etwas Größeres. Die Führerin mit ihrem geübten Blick fand sogar 10 Stück. Am Festland angekommen waren wir heilfroh, endlich unsere Füße waschen zu können und unsere Schuhe wieder anzuziehen. Ausgekühlt und ausgehungert machten uns auch gleich auf den Heimweg mit Bus und Metronom. Wind und Wetter waren hier einfach nicht länger zu genießen.

Vom Wattenmeer-Ausflug zurück, gingen wir erst noch schnell bei unserer ersten Unterkunft vorbei, um unseren Koffer abzuholen, den wir netterweise dort stehen lassen durften. Die Unterkunft für die anderen beiden Nächte lag nur ein paar hunderte Meter weiter am Hansaplatz. Vier Stockwerke hoch mussten wir uns mit unseren todmüden Füßen schleppen. Im Anschluss gingen wir erstmal Abendessen und wollten eigentlich danach am Heiligengeistfeld bei St. Pauli beim Public Viewing das Deutschlandspiel gegen Ghana anschauen. Philip freute sich schon so darauf und wir waren bereits auf dem Weg, doch meine Füße schafften keine hundert Meter, weil sie unerträglich schmerzten. Wir gingen wieder zurück aufs Zimmer und schauten das Fußballspiel dann doch gemütlich vom Bett aus. Bei einem Endstand von 2:2 war es letzten Endes gar nicht so schlimm, dass wir nicht unter Leuten waren.

Hamburg Sightseeing

Am nächsten Tag haben wir erstmal richtig ausgeschlafen und uns frische Aufbackbrötchen zum Frühstück gemacht, die wir uns am vorherigen Tag noch morgens beim Supermarkt gekauft hatten. Zu allererst wollten wir zum Hafen und haben dafür im Reiseführer nachgeschaut, wo wir am besten hinfahren und entlanglaufen könnten. Das Buch war mit einigen Spaziergängen ausgestattet, von denen wir auch später am Tag noch einigen folgten. Unser erster Spaziergang führte am Hafenrand, der Speicherstadt und der Hafen-City entlang. Uns beiden gefielen die Backsteinhäuser sehr und als wir so gen Wasser spazierten, ragte auf einmal zwischen den Häusern ein riesiges Kreuzfahrtschiff aus. Als wir näher kamen, stellten wir fest, dass es der weltgrößte Atlantikliner, die berühmte „Queen Mary 2“ war. Ein schöner Zufall, dass diese gerade jetzt in Hamburg vor Anker lag, als wir dort waren.

Als nächstes ging es Richtung St. Pauli zur Reeperbahn. Als wir aus der U-Bahn stiegen, hörten wir lautes Geknatter und wurden Zeugen einer eindrucksvollen Motorrad-Parade. Nochmals Glück! Nachdem wir am Ende der Reeperbahn angekommen waren, sind wir zur Stadthausbrücke gefahren und entlang der kleinen Alster zum Rathaus gelaufen um dort einen späten Snack zu uns zu nehmen. Am Jungfernstieg haben wir noch einen Blick auf die Binnenalster geworfen (Altstadt und Neustadt waren damit auch abgehakt :P). Dann sind wir auch schon wieder rechtzeitig Richtung Wohnung gefahren, um uns nochmal umzuziehen und frisch zu machen für das heiß ersehnte Musical „König der Löwen“!

Das Musical König der Löwen

Zu den Landungsbrücken, wovon uns unser Boot zu der Theaterinsel bringen sollte, sind wir wieder mit der U-Bahn bzw. in diesem Fall einer Hochbahn gefahren. Noch schnell eine Currywurst am Hafen gegessen und dann ging es auch zur Shuttle-Fähre, die uns zum Theater bringt. Auf der Fähre konnten wir nochmal schöne Hafenbilder schießen.

Das Musical war einfach fantastisch, wir hatten so richtig gute Plätze, Reihe 14 Platz Nummer 22 und 23, ganz weit vorne. Aber auch dort außen am Rand hat man auf der Bühne alles sehen können. Ich kann nur wiederholen, was ich in einem Internet-Forum schon gelesen hatte: Es gibt in dem Musical eigentlich keine schlechten Plätze, man sieht und hört von überall gut. Wir hätten genausogut Plätze weiter hinten nehmen können. Bei unseren Plätzen war daneben ein Balkon auf dem verschiedenste Trommeln, Schellen und ein Gong aufgebaut waren, mit denen die afrikanischen Rhythmen während des Musicals erzeugt wurden. Afrika-Feeling pur! Wenn man nah genug an den zwei Gängen saß, konnte man einige Darsteller hautnah erleben, da sie 2 Mal durch die Gänge auf die Bühne liefen. Zwei Darsteller haben uns total umgehauen mit ihren Stimmen. Die Stimmen von Pumbaa, aber auch von Scar waren dem originalen Disneyfilm wirklich zum Verwechseln ähnlich. Pumbaa hat sich richtig schweinig angehört und Scar richtig fies. Aber auch die anderen haben super gesungen und gespielt! Insgesamt hat das Musical ungefähr zweieinhalb Stunden inklusive der Pause gedauert. Das Musical ist definitiv jedem zu empfehlen und wir haben im Saal kein einziges Kind gesehen, außer natürlich den zwei Schauspielern Simba und Nala! ;-)

Der dritte und letzte Tag gemütlich in den Parks und beim Public Viewing

Am letzten Tag sind wir Mittags an der Außenalster im Park spazieren gegangen. Im Park lief eine Schwanenfamilie, die sich von ganz nah fotografieren ließ. Von der Alster liefen wir zum Dammtor-Bahnhof, der im Jugendstil gebaut wurde. Am Bahnhof befand sich das Congress-Centre-Hamburg mit einem großen Hotel. Es war eines von Hamburgs höchsten Wolkenkratzern und Philip wollte schauen, ob man dort einfach hochkommen könnte. Wir nahmen einfach einen der Lifte und fuhren bis in den 26. Stock um dort Fotos von Hamburg zu schießen. Oben war leider Geschlossene Gesellschaft, doch nachdem wir gefragt hatten, ob es möglich wäre, einige Fotos zu machen, ließen sie uns sogar kurz hinaus auf die Restaurantterrasse.

In der Nähe vom Bahnhof liegt auch die Universität Hamburgs, auf deren Treppen wir unsere Erdbeeren gegessen haben. Da uns doch recht kalt war und wir alles Sehenswerte in Hamburg gesehen haben, sind wir in die Europa Passagen am Jungfernstieg gefahren. Dort haben wir uns ein paar Klamotten und Souvenirs gekauft. Um 17 Uhr sind wir dann zur Wohnung zurück um den Koffer abzuholen und dann noch zum Stadtpark zum Landhaus Walter, weil dort ab 18Uhr das WM Gruppenspiel Niederlande gegen Chile gezeigt wurde. In der zweiten Halbzeit mussten wir aber doch irgendwann zum Flughafen fahren und haben dadurch das erste Tor knapp verpasst. Das zweite Tor haben wir dann aber über den Livestream auf Philips Handy sehen können, ein schöner Antritt von Robben mit gutem Pass auf Memphis Depay!

Müde, aber glücklich über das eindrucksreiche Wochenende, sind wir wieder nach München geflogen und haben zuhause noch die zweite Halbzeit vom Brasilien-Gruppenspiel angeschaut.

 

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