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29.03.2015

Heute sollte ein Traum in Erfüllung gehen. Einmal mit einem Bootstrip von Koh Samui aus zum Ang Thong National Marine Park fahren und vom höchsten Aussichtspunkt aus den Blick auf die vielen, einzeln aus dem Meer herausragenden, kleinen Inseln zu werfen.

Als der Wecker schon früh um kurz nach 6Uhr klingelte, befanden wir uns noch in unserem alten Bungalow in der Naplarn Villa. Da wir ja gestern bereits in dem anderen, viel schönerem Bungalow weiter südöstlich des Mae Nam Beaches in den Moonhut Bungalows ein Zimmer für 1050Baht (ca. 30€) mit Meerblick heraushandeln konnten, mussten wir heute, bevor wir dort abgeholt wurden, noch unsere großen Backpacks hin transportieren. Nach einem sehr einfachen Frühstück aus Elekrolyt Lösung – schließlich gab es auf der Tour sowieso noch ein Frühstück – sprangen wir nochmals unter die Dusche im Keller, packten fertig ein und wuchteten unsere Ärsche durch das Gewicht der Backpacks auf die Bikes. Etwas wackelig ging es dann in aller Herrgottsfrüh schon zu den Moonhut Bungalows.

Der nette Ire erwartete uns bereits mit einem schroffen „You are early!“ Ich lachte und entgegnete „The early bird catches the worm“, immerhin musste man den blauen Himmel eines Koh Samui Morgens für grandiose Aussichten nutzen, bevor mittags bereits die ersten Wolkenschwaden den Himmel befleckten. Wir durften die Taschen hinter sein Office legen und ich konnte noch ein paar schöne Bilder in der Morgensonne vom Strand aus schießen, als unser Taxifahrer schon um 7:40 überpünktlich vor den Parkplätzen wartete.

Das Taxi war mit einer ungewöhnlich luxeriösen Innenausstattung bestückt, was uns gleich positiv auffiel. Auch raste der Fahrer nicht so wie viele andere. Am Nathonpier angekommen, ging es sofort auf unser Schiff. Wir waren einer der ersten Gäste, bezahlten am Steg, wurden freundlich an Bord gebeten und zum Frühstück geleitet. Es gab Kaffee, Tee, kleine fein abgepackte Marmeladensandwiches und jede Menge Bananen und Kräcker. Klein, aber fein eben.

Nach dem Frühstück setzten wir uns ganz vorne, oben hin um uns einen guten Fotospot an Bord zu sichern. 20 Minuten später waren alle da und wir konnten ablegen. Das Schiff war nicht das schnellste, aber die Fahrt dauerte ca. anderthalb bis zwei Stunden, wenn man die Longtail Abholaktion mit einbezieht. Als wir nämlich in die spektakuläre, aus dem Wasser herausstechende Inselwelt des Ang Thong National Marine Parks eintauchten, näherten sich uns bereits 3 Longtailboats um die Passagiere in die flacheren Gewässer des Strands der ersten Insel zu befördern.

Für einige Chinesen und ältere Herrschaften war das wohl mehr Leid als Freude, da es sehr wackelig zuging. Wir fanden es lustig, doch einigen war der eigentlich sehr gut durchorganisierte Einstieg wohl zu unsicher. Vor dem Strand gab es ein paar höhere Wellen, die nur wenige Zentimeter an den flachen Seiten entlangschwappten. Der Longtailbootsführer zeigte, was er drauf hatte und führte das vollgepackte Boot geschickt im Takt der Wellen zum schwimmenden Steg. Der Anlegesteg für die Longtails bestand aus zusammengesetzten Plastikboxen, die auf dem Meer schwommen und Wellen direkt auf den Steg übertrugen. Wir fanden das super, die Chinesen erlitten Todesängste, daweil waren sie vlt 2m über Meeresgrund. Wir mussten uns zusammenreißen, um nicht zu lachen.

Auf der anderen Seite habe ich ein wenig Stress geschoben, damit wir die ersten sind, die oben am Aussichtspunkt ankommen. Ich kannte das straffe Tagesprogramm und wollte frühzeitig ohne all die anderen ganz oben am obersten der drei Aussichtspunkte ankommen. Man konnte wählen zwischen dem chilligen Strandprogramm oder der Aussicht. Aber wenn man schon mal hier ist, muss man hoch, da dieser Aussichtspunkt als einer der, wenn nicht sogar der schönste von ganz Thailand gilt. Ineke hielt erst gut mit, doch als ich einige überholte, war sie damit einverstanden, dass ich schon mal voraus ging. Als ich alle überholt hatte, wurde es echt richtig steil und ich fing auch an, ziemlich zu schwitzen. An einem der Äste befand sich eine kleine Spinne, die ich dummerweise genau mit meiner Hand angefasst hatte und die sich sofort in meinem Mittelfinger festbiss. Ich streifte sie hastig ab und hatte erst etwas Bammel, aber als ich nach 5 Minuten immer noch nichts merkte, ging ich davon aus, dass es harmlos gewesen sein musste. Ich war nun völlig allein. Die vordersten Kletterer waren hinter mir nicht mehr in Sichtweite. Ich konnte also einen Gang zurücklegen, war aber eig. ganz gut in meinem Tempo drin. Nach 30 Minuten kam das steilste Endstück, ohne Hände ging da nichts mehr. Die scharfkantigen Felsenstücken und das windige Seil erschwerte den Aufstieg und machte ihn für ältere Personen unmöglich, bis nach oben zu gelangen. Endlich oben musste ich erstmal innehalten und die Aussicht genießen, Wasser trinken und erst dann die Cam auspacken. Nach einigen Fotos und Panoramen konnte ich 3 Greifvögel beobachten, von denen zwei einen dritten attackierten. Es waren nun schon fast 10 Minuten um und noch keiner in Sichtweite. Ich machte mir Sorgen um Ineke und dann waren die zwei anderen Deutschen unseres Boots, die sehr fit aussahen am hochkraxeln in Sichtweite. Ich konnte nicht anders als zu rufen, ob Ineke hinter ihnen sei und wollte schon wieder runter, als die meinten, sie sei hinter Ihnen, nichts passiert. Erleichtert begrüßte ich die beiden oben und bot Ihnen an Fotos von Ihnen zu machen, da sie keine Kamera mit nach oben genommen hatten. Die beiden waren sofort begeistert und meinten, sie hätten sich echt geärgert, wenn sie von hier oben keine Bilder gehabt hätten und waren schon kurz davor, mich zu fragen. Ineke war nun auch oben angekommen und es entstanden traumhafte Bilder.

Der Abstieg war beschwerlicher, da es wenn man richtig klettern muss inklusive den Händen bergab immer schwieriger ist als bergauf.

Unten hatten wir noch ein wenig Zeit am Strand bevor es zum Mittagessen wieder aufs Boot ging und deshalb rasteten wir erst etwas im Schatten und kauften uns anschließend – komischerweise super günstig hier – Coca Cola Dosen an der einzigen Bar auf dieser abgeschiedenen Trauminsel.

Kurz darauf kam der Aufruf, man möge sich doch bitte wieder Richtung Steg begeben. Um sicher zu gehen, dass sich keiner mehr auf den Wegen zu den Aussichtspunkten befanden, warteten einige der Mitarbeiter unserer Tagestour immer hinter dem zuletzt Zurückgebliebenen. Es war alles super organisiert. Die Fahrt zurück zum Schiff auf dem Longtail war sogar noch welliger als die Hinfahrt. Trotzdem sind alle trocken angekommen. Auf dem Schiff stand bereits das Mitagessen bereit, wir sicherten uns einen Tischplatz und stellten uns vorne an. Das Essen war ehrlich gessagt relativ gut, es gab viel Auswahl am Schiffsbuffet und wir haben uns von allem etwas genommen, sogar Früchte zum Nachtisch wurden angeboten.

Die nächste Insel des Nationalparks, die wir anfuhren, war unter anderem vor allem für diejenigen gedacht, die zusätzlich eine Kayaktour gebucht hatten. Wir hatten uns aber schon vorab im Internet informiert und wussten, dass es sich dabei um eine kleine Abzocke handelte. Mit dem Kayak an der Insel entlang zu rudern, hätte zusätzliche 500Baht pro Person bedeutet und NICHT pro Kayak. Man konnte aber noch nicht mal von einer zur nächsten Insel rudern, sondern nur innerhalb von einem mit Bojen abgesperrten Bereich paddeln. Das war uns dann doch ein wenig zu unfrei, weshalb wir uns – dem Internet sei Dank - bereits vorab dagegen entschieden hatten.

Während die einen mit dem Longtail und den Kayaks zum Startpunkt gebracht wurden, hatten wir auf derselben Insel dadurch mehr Zeit, den Aussichtspunkt zur Lagune zu erkunden und am Strand zu schnorcheln. Die Aussicht auf die Lagune war den erneuten kleinen, aber dennoch schweißtreibenden Aufstieg voll und ganz wert. Nach zwei, drei Fotos ging es wieder runter und zu dem Typen, wo man sich die Schnorchelausrüstung ausborgen konnte.

Das Schnorcheln war leider eine Enttäuschung. Für uns aber nur eine kleine, da wir immer noch total euphorisch begeistert von den vorherigen Ausblicken waren, dass uns die milchige, sogut wie nicht vorhandene Sicht auf die Unterwasserwelt nichts ausmachte.

Dann kam aber nochmal eine kleine Entschädigung von Seiten der echt sehr engagierten Crew unseres Boots. Alle die genug von der missglückten Schnorchelei hätten, könnten schon jetzt das erste Longtailboat zum Schiff nehmen um vom Schiff aus ins Wasser zu springen. Und das war tatsächlich ein Heidenspaß. Ineke sprang auch von ganz oben runter und ich musste unbedingt noch ein paar Köpfer von weiter unten machen. Die chinesischen Frauen, die sich nicht von oben trauten, lobten Ineke sogar für ihre simple Kerze, was uns beide ein wenig wunderte.

Als alle wieder da waren, ging es wieder zurück und an Bord konnte man sich von einem großen Trug aus mit frischem Süßwasser duschen, was auch ohne richtigen Duschstrahl ganz gut klappte.

Zurück an Land wurden wir wieder mit einem echt schicken Minivan ins Moonhut Bungalow zurückgebracht. Unsere Koffer waren schon in unserem Zimmer und meinen Laptop holte ich wieder an der Rezeption ab. Heute abend war es mal wunderbar ruhig und nach einer Dusche und ein wenig Auspacken und Ausbreiten im neuen Bungalow genossen wir nochmal unseren schönen neuen Strand. Unser Abendessen verzehrten wir auch hier im Bungalow. Es war günstig und ganz ok, auch wenn die Bedienung echt verplant war. Ich hatte ein sogenanntes Beef Barbecue, was zu 90% aus Fett bestand. Kulanterweise begriff die Bedienungl, dass das ungenießbar war und brachte mir ersatzweise ein Chicken Barbecue, was wirklich gut war.

Tags: Ang Thong Ang Thong National Marine Park bester Aussichtspunkt Thailands schönster Viewpoint super Team

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