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05.04.2015

Der Wecker klingelte heute bereits um 7Uhr Morgens, da wir uns rechtzeitig auf den Weg nach Koh Yao Noi machen wollten, einer weniger touristisch erschlossenen Insel, auf der es auch weniger Hotels gibt.

Das Frühstück bereiteten wir schnell und einfach auf dem Zimmer vor und aßen die gekauften Reste während dem Packen auf.
Um viertel nach Acht machten wir uns dann auf den Weg zum 7/11 Supermarkt, wo laut Auskunft unseres Guesthouses einige der Songtheaw Sammeltaxis abfahren sollten. Unklar war jedoch noch, ob diese bereits ab 8, oder erst ab 9 Uhr abfuhren. Gestern abend wurde uns beim besagten 7/11 von einem Thai mitgeteilt, dass wir dann eben einfach gegen halb 9 kommen sollten, da die sowieso nie pünktlich abfuhren. Anscheinend weiß hier niemand so genau, wann die Teile jetzt losfahren, oder es ist den Leuten einfach total egal.
Die Überfahrt auf die Koh Yao Noi müsste dann laut unseres Wissensstandes vom Ao Thalen Pier ab entweder per Longtail- oder per Speedboat erfolgen.
Also mussten wir schauen und fragen, ob man uns dorthin bringen könnte. Vorm 7/11hieß es dann allerdings "No Ao Thalen, Ao Nang, you go Bus station, then Thalen". Wir fragten also mehrfach verschiedene Personen, ob sie zur besagten „Bus station“ fahren würden. Doch es hieß immer nur "No Bus station, need taxi?" Früher oder später verstanden wir, dass uns hier anscheinend keiner helfen wollte, sondern nur jeder an ein Taxi verkuppeln wollte.

Dann sagte aber wieder jemand, dass wir einfach hier bis 9Uhr warten sollten. Eine andere Frau meinte dagegen, dass wir die nächste Straße rechts müssten, dass dann von dort welche zu Ao Thalen fahren.
Ok, dachten wir uns, gehen wir mal in die Richtung, auf teure Taxis hatten wir noch keine Lust. Nachdem wir in der Richtung nichts gefunden hatten, fragten wir erneut nach.
Nach der neuesten Information schickte man uns nochmal in eine andere Richtung.
Vielleicht hatte auch keiner wirklich eine Ahnung und anstatt einfach zu sagen, sie wüssten es nicht, erzählte man einem wohl lieber ein wenig nonsense.

So landeteten wir letztlich doch wieder vor dem 7/11, haben für 200 Baht ein Taxi zur Bus station genommen (das wäre auch deutlich günstiger gegangen, aber wir wollten jetzt endlich mal los) und sind dort in einen Bus nach Thalen eingestiegen. Wer glaubt, dass das die einzigste Aufregung am heutigen Tag war, hat sich geirrt.

Bevor wir eingestiegen sind, haben wir uns nach dem Preis erkundigt. 100Baht meinte er. „Oha!“, derweil wir hatten gedacht, solche Songtheawbusse seien sehr billig...
Aber aufgepasst, wir glauben immer noch, dass das gar kein Songtheaw Bus war – der sah auch nicht danach aus – und außerdem fuhr der einfach sofort los, nachdem uns das Taxi dorthin brachte. Außer komischen Industrieartikeln saßen auf der Ladefläche hinten auf der Holzbank auch nur 4 Thais. Das war alles ein wenig seltsam, aber immerhin fuhr er nach Ao Thalen.

Doch bereits nach einem kurzen Stück, bog er in ein Tankstellengelände ein und wir mussten helfen, zig große mit tödlichen Zeichen markierten und explosionsgefährdeten Gasflaschen auf die Ladefläche aufzuladen. Ungesichert und mit den Flaschen direkt vor meinen Füßen fuhr der Verrückte Fahrer einfach los. Manchmal knallte eine der Flaschen während einer zu scharf genommenen Kurve an Philips Knie, was ihm echt weh tat. Wir hatten die restliche Fahrt echt Bammel um unser Leben. Der Fahrer fuhr wie eine gesengte Sau und scherte sich nicht um die Menschen, die er hinten mit sich auf der Ladefläche führte. Einen Funken am falschen Ort hätte es evtl nur gebraucht, damit mir alle zerfetzt worden wären.

Am Pier angekommen, zahlten wir ihm 100Baht und wollten schon ins Longtail steigen, als er uns zurückrief und meinte, dass die 100 Baht pro Person gelten. „Na sicher“, dachten wir uns, „und dass nachdem er uns fast umgebracht hatte. Der kann froh sein, dass er überhaupt 100 bekommen hatte.“ In seiner Wut ging Philip ihn damit an, dass er nicht nur unser Leben riskiert hätte, sondern ihm auch noch dazu blaue Flecken beschert hatte und nächstes mal gefälligst seine Ladung sichern sollte. Der Busfahrer drehte sich dann nur noch genervt um und ging seinen Bus ausladen. Nebenbei bemerkt, die anderen Insassen, allesamt Thai, mussten anscheinend nichts bezahlen. Die Thai sollten aufpassen, wie weit sie mit der Verarsche von Touristen gehen, irgendwann langts einem dann doch.

Das Longtailboat lag schon bereit und es saßen bereits zwei andere Mädels drauf. Wir sollten 150Baht pro Person bezahlen und fragten die Mädls, ob sie das auch gezahlt haben.

Die Fahrt mit dem Longtail machte dann aber alles davor wieder gut. Die fantastischen Ausblicke beinahe hautnahe an den Felsen direkt vor einem war einfach gigantisch. Links und rechts lauter kleine Felsinseln, so wie man sie von der Phang Nga Bucht auch aus Bildern her kennt. Das Beste war, dass wir mitten durch fuhren und teils nur wenige Meter an den Felsen entlangfuhren. Anfangs sahen wir auch noch einige Paddelboote die wohl eine touristische Tour entlang den Mangrovenbäumen gebucht hatten.

Am Pier auf Koh Yao Noi angekommen, wurden wir schon von einigen Taxifahrern, bzw. wieder solchen Songtheaws mit parallel zueinander gelegenen Bänken auf der Ladefläche, erwartet. Wir fragten, wieviel es nach Pasai Beach wäre, damit wir überlegen konnten, ob wir ein Motorbike am Pier ausleihen sollten oder erst direkt in der Nähe unserer Unterkunft. Das Problem, beim Ausleihen des Motorbikes am Pier wäre allerdings gewesen, dass wir es auch dort wieder hätten zurückgeben müssen und wir aber bei der Abreise von Koh Yao Noi nach Phuket von einem anderen Pier aus abfahren mussten. Aber Roller ausleihen wollten wir auf jeden Fall noch, da uns von einem irischen Ehepaar in Krabi empfohlen wurde, dass dies der Beste Weg sei, die Insel zu erkunden. Für heruntergehandelt 70Baht einigten wir uns dann mit dem Fahrer darauf, dass er uns zu unserem Hotel fuhr.
Wir nannten ihm einfach mal das Pasai Cottage als Ziel und schauten dann vor Ort, ob das eine geeignete Unterkunft sei.

Uns wurde das Bungalow gezeigt, laut seiner Aussage war es der letzte Unbesetzt. Er wollte 800Baht mit Frühstück und 700 ohne.
Das Bungalow war recht ursprünglich gebaut, aus Palmwedeln und geflochten Wänden. Ein Größeres als unser Moskitonetz war bereits angebracht und ein Ventilator konnte man sich vor das Bett stellen. Wir nahmen es für zwei Nächte und inklusive dem Frühstück, da uns die Auswahl an 6 Frühstücksets vom Preis mit Frühstück überzeugte.

Im Bungalow packten wir gar nicht großartig aus, duschten uns nur schnell ab, aßen unsere gestern besorgten Instantnudeln und packten unsere Sachen für den Strand. Während dem Essen wurden wir von zunächst einer, dann zwei Katzen umkreist, welche miauend nach Futter und/oder einer Streicheleinheit bettelten. Aber Wasser in einer kleinen Schale wollten sie nicht. Wir hatten aber leider nichts, was wir ihnen sonst hätten geben können.

Danach sind wir an den Strand bzw. an den schmalen Streifen Sand der jetzt bei Ebbe noch davon übig war. Hier auf der Insel gibt es nicht ganz so breite bzw. tiefgeführte Strände wie auf Phangan. Doch das wirkte zunächst nur so.

Unter Bäumen haben wir dann auf einem trockenen Abschnitt Sand unsere Handtücher hingelegt, uns ein wenig entspannt und gelesen.
Nach ein wenig Wartezeit kam immer mehr Sand zum Vorschein. Philip fing auf einmal an von allen Seiten Muscheln herzubringen, etwas das normalerweise nur ich mache.

Die Muscheln und Schnecken waren schön strahlend weiß. Als ich fragte warum er um Himmels Willen so viele sammelt; meinte er, dass er "Koh Yao Noi" mit den Muscheln im Sand schreiben möchte, damit es mal ein etwas anderes Bild als immer nur mit dem Finger im Sand geschrieben ergeben würde. Das Bild davon könnt ihr dann in der Galerie sehen, und auch den Strand, den wir inzwischen für uns alleine hatten.

Nach einiger Zeit wurde der Strandabschnitt immer größer und schließlich ganz zum Ende kamen die kleinen Felsen, die man beim Reingehen schon bemerkt hatte, zum Vorschein. Den Unterschied zwischen Ebbe und Flut merkt man hier ungemein stark.
Ich legte mich dann gemütlich auf die Hängematte und las ein paar Kapitel in einem Buch auf dem E-Reader.
Als das Wasser sehr weit weg war und es aussah wie im Wattenmeer, sind wir rausgelaufen, um es uns anzusehen. Dabei durften wir am Rückweg hunderte, kleine Krebse beobachten, die sich im Sand versteckten, sobald man ihnen zu nahe kam.

Zurück am Bungalow haben wir auf unserer Veranda kühle Softdrinks und Kekse zu uns genommen und die wunderbar angenehme Ruhe auf dieser idyllischen Insel genossen.

Im Bett sind wir später dann eingenickt, und als ich Philip wecken wollte, damit wir zu Abend essen, wollte er gar nicht mehr aufwachen. Erst als zwei kleine Wurmartige Viecher in seine Ohren wollten, ist er wie von einer Tarantel gestochen aufgesprungen. Die Würmer hatten sich wohl unglücklicherweise irgendwie auf unser Bett verirrt, glücklicherweise befanden sich aber sonst wohl keine weiteren Tiere auf unserem Bett.

Gegessen haben wir einfachhalber beim kleinen Restaurant von unserem Bungalowgelände selbst. Vielleicht schauen wir morgen wo anders vorbei.

Zum Abschluss des tollen Tages haben wir zwei leckere und starke Cocktails genossen. Prost!

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